Wintersemester in St. Petersburg
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Am Dienstag gingen die zweit?gigen Trauerfeiern f?r die Opfer bei dem Massaker in Beslan zu Ende, die Pr?sident Validimir Putin am Sonntag angeordnet hatte. Am Montag fanden in St. Petersburg gro?e Kundgebungen statt, an denen auch Studenten der Staatlichen Universit?t teilnahmen. Diese Митинги (aus dem Englischen *meetings*) wurden unter dem Motto ?Russland gegen den Terror? veranstaltet. Auf dem rechten Plakat steht ?Jugend gegen Terror?.

Die Medien berichteten st?ndig ?ber die Massenbeerdigungen in Beslan, den Verlauf der Kundgebungen und die gesundheitlichen Zust?nde der Gei?eln. In Russland herrscht verst?ndlicherweise nach den Ereignissen der letzten Wochen und Tage Staatstrauer. Dennoch oder gerade deshalb ist die Berichterstattung in Russland skeptisch zu betrachten. So erh?lt man als kritische Medienwissenschaftlerin schon den Eindruck, dass viel Augenwischerei betrieben wird und die russische Bev?lkerung eine etwas naive Einstellung zu den j?ngst begangenen Terrorakten in Beslan und Moskau vertritt. Kinder, die vor laufender Kamera sagen, dass sie Angst um die Kinder in der Schule hatten und diese Terroristen ?berhaupt niemand lieben k?nnen und deshalb alle t?ten, dann t?uscht es ?ber die Tatsache hinweg, dass die Gei?elnahme in der Schule eine Reaktion auf eine Aktion ist. Ohne Frage, ist das was in Beslan passiert ist, das Abscheulichste ?berhaupt, n?mlich wenn Unschuldige, zumal Kinder, Opfer eines Konflikts werden, welcher auf einer anderen Ebene spielt. Bilder von weinenden M?nnern und Frauen, nicht nur aus Beslan, sondern von allen Teilen des Landes sind herzersch?tternd. ?hnlich wie in den USA nach dem 11. September 2001 trauert hier ein ganzes Volk.

Es steht gar nicht zur Diskussion, dass diese terroristischen Akte eine Reaktion auf die Putinsche Kaukasuspolitik ist, die auch nicht zimperlich ist, wenn es um Menschenleben geht. Selbstverst?ndlich wird von diesem Teil der Geschichte im staatlichen Fernsehen nicht gesprochen. F?r Pr?sident Putin wird es eine schwierige Aufgabe sein, einerseits die Bev?lkerung in ihrem kollektiven Schmerz zu tr?sten sowie sich als starken Pr?sident gegen den Terror zu behaupten und andererseits seine aggressive Politik im Hinblick auf Tschetschenien weiterhin zu rechtfertigen. Denn eins ist sicher, auch wenn das Massaker in der Schule von Beslan so menschenabw?rdig und unverst?ndlich ist, es wird nicht die letzte Aktion sein, bei der Unschuldige ihr Leben lassen m?ssen.



"Jugend gegen den Terror"



Studenten auf dem Weg zur Kundgebung

16.9.04 09:54


Meine Unterkunft

Lange habe ich mir ?berlegt, ob ich hier Photos von meiner Unterkunft ver?ffentliche. Schlussendlich habe ich mich ?berzeugen lassen und hoffe nun, dass es nicht allzu gro?es Entsetzen ausl?st. Ich habe mich mittlerweile an die russischen Verh?ltnisse gew?hnt. Der Mensch ist eben doch ein Gew?hnungstier. Der Hausflur ist ziemlich schlimm und leider k?nnt ihr ?bers Internet nicht den Gestank riechen. Die Wohnung ist jedoch verh?ltnism??ig okay. Ich habe nun einige Wohnungen in St. Petersburg gesehen und bin ?abgeh?rtet?.



das Viertel meiner Wohnung

Und auch im Wohnheim, wo einige deutsche Studierende wohnen, sind die Zust?nde keinesfalls besser. Die etwa 16 qm-Zimmer sind f?r jeweils zwei Personen. Die Waschr?ume und die K?che je Etage werden von 40 Personen benutzt. In der K?che h?ngt ein Schild ?keine Kakerlaken essen!? und wenn man den Ofen anmacht, dann krabbeln die kleinen Tierchen dort heraus, weil ihnen zu warm wird. Der gro?e Vorteil des Studentenwohnheims ist jedoch, die N?he zur Uni. Von dort braucht man mit einer ?Marschroutka? (Kleinbus) ca. 10 Min zur Uni.


Eingang des Hauses

Vor meiner Ankunft in St. Petersburg hatte ich mich auch nach einem Zimmer im Wohnheim erkundigt. Die Uni teilte mir jedoch mit, dass die Wohnheime in der Innenstadt alle ?berf?llt seien und nur in Peterhof (von der Innenstadt eine Stunde entfernt) freie Zimmer vorhanden sind. Hier zeigte sich doch, dass es noch einige freie Pl?tze gab.


Lift

Was an der Staatlichen Universit?t besonders auff?llt, ist die hohe Anzahl an asiatischen Studenten. Viele Chinesen kommen f?r das Studium nach Russland, da in China angeblich die Unis ?berf?llt seien. Hier werden sie jedoch nicht besonders gastfreundlich empfangen: Sie m?ssen f?r ihre Unterkunft im Wohnheim mehr bezahlen und den langen Weg nach Peterhof in Kauf nehmen.


Hausflur

In meiner jetzigen Unterkunft genie?e ich es, dass ich von meiner Vermieterin regelm??ig mit leckerer russischer Hausmannskost bekocht werde. Ebenso kann ich mich mit ihrer Tochter Regina und ihr auf russisch unterhalten und habe damit einmal mehr praktische Sprach?bung.


mein Zimmer

Ich bin unter folgender Nummer (abends) erreichbar: 007 - 812 ? 589 1798. Unter www.billiger-telefonieren.de erf?hrt man g?nstige Vorwahlnummern. Und bitte denkt daran, dass es in St. Petersburg bereits zwei Stunden sp?ter ist als in Deutschland.
16.9.04 13:20


Hier in St. Petersburg ist es mit 25 Grad warm und wir geniessen noch die letzten Sonnenstrahlen. Hier ein paar Bilder aus Peter:

Erloeserkathedrale


Hermitage


Der ehener Reiter


Isaakskathedrale
20.9.04 13:55


Die Datschen der Zaren (Peterhof und Zarskoje Selo)

F?hrt man nach St. Petersburg ist ein Ausflug nach Peterhof und Zarskoje Selo unerl?sslich, um einen Eindruck ?ber die ehemalige russische Zarenmonarchie zu erhalten. Hier verbrachte die Zarenfamilie ihre Sommer, wenn es in ihrem Stadtpalast, dem heutigen Ermitage, zu stickig und hei? wurde.
Wie Natascha, meine russische Freundin und Reisef?hrerin, passend bemerkte, sind das wirklich nette Datschen.


Natascha und Olga

Петергоф

Peter der Gro?e (Gr?nder von St. Petersburg) ordnete 1709 an, einen Palast zu bauen, ?der dem h?chsten der Monarchen angemessen ist? und orientierte sich dabei an Versailles. Von Peterhof hat man einen herrlichen Blick auf die Ostsee. Peterhof ist insbesondere wegen seiner spektakul?ren Font?nenanlagen bekannt. Die Gro?e Kaskade mit 37 vergoldeten Bronzeskulpturen ist die gr??te Brunnenanlage der Welt.


Die Grossen Kaskaden



Schlosskirche

Царское Село

Der feudale Zarenpalast in Zarskoje Selo wurde f?r die Zarin Elisabeth gebaut. Zu Ehren ihrer Mutter, Katharina I., der das Anwesen geh?rte, nannte sie ihn Katharinenpalast. Besonders die n?chste Herrscherin, Katharina die Gro?e, verlieh dem Palast und dem dazugeh?rigen Park seine wundersch?n pr?chtige Erscheinung. Im Rahmen der 300 Jahr-Feiern St. Petersburgs im vergangenen Jahr wurde Zarskoe Selo saniert und restauriert. Der Besucher kann neben den vielen Prunks?len auch das einzigartige Bernsteinzimmer bewundern.


Zarskoje Selo


Der Grosse Saal

An dieser Stelle sei jedoch darauf hinzuweisen, dass die Eintrittspreise ? nicht nur f?r Peterhof und Zarskoje Selo ─ f?r Besucher nicht-russischer Staatsb?rgerschaft teilweise doppelt so hoch sind. Und auch ich als Inhaberin eines Studentenausweises der Staatlichen Universit?t musste den Preis f?r ausl?ndische Studierende zahlen. Wie ich finde, ist dies jedoch nicht gerechtfertigt.

F?r diejenigen, die noch mehr Bilder von und aus St. Petersburg sehen m?chten, kann gerne einen Besuch www.mueddi-un-foddi.de auf machen. Der Kommilitone aus Greifswald und eindeutig bessere Fotograf Jonas zeigt dort weitere Eindr?cke von St. Petersburg.
21.9.04 10:49


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