Wintersemester in St. Petersburg
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Studieren in St. Petersburg

Um an einer Fakult?t der Staatlichen Universit?t oder an den privaten Universit?ten als auch an den verschiedenen Instituten das Studium beginnen zu k?nnen, muss zuvor in jedem Fall eine Aufnahmepr?fung abgelegt werden. Besteht man diese Pr?fung nicht, kann man sie im darauf folgenden Jahr wiederholen, h?here Studiengeb?hren zahlen oder an den Abenduniversit?ten Veranstaltungen besuchen.

Das Studium dauert in der Regel 5 Kurse (Jahre) und beginnt jeweils am 1. September, dem Tag des Wissens. Ein Kurs besteht jeweils aus einem Winter- und Sommersemester. Die Vorlesungen und Seminare im Wintersemester enden in der Regel Ende Dezember, denn im Januar ist экзаменационная сессия (Pr?fungszeit). In dieser Zeit bereiten sich die Studentinnen und Studenten auf ihre Examen (im Durchschnitt 3-4 pro Semester) vor. Die Pr?fungen an der Philosophischen Fakult?t werden m?ndlich abgehalten und basieren auf dem Inhalt der Vorlesungen.

Das russische Universit?tssystem ist recht verschult: Das Eintrittsalter liegt etwa bei 17 Jahren; man lernt im Klassenverband, da man einen vorgeschriebenen Kursplan hat und nur einige Spezkurse zur Auswahl hat. Und auch die Qualit?t der Vorlesungen gleicht h?ufig dem Frontalunterricht in der Schule.

Die Studiengeb?hren fallen je nach Fakult?t und Fach unterschiedlich aus. Ausl?ndische Studenten zahlen, falls es keinen Partnerschaftsvertrag mit der Herkunftsuni gibt oder ohne Stipendium, ungef?hr 1800 Euro nur f?r den Besuch der Veranstaltungen.

Eine Besonderheit im Stundenplan ist der Ersatzdienst f?r die Jungen, die nicht ihren Dienst in der Armee angetreten sind, da sie bereits einen Studienplatz erhalten haben. In der Bоенная Кафедра (?Milit?rlehrstuhl?) werden die Jungen drei Jahre lang einmal w?chentlich im Umgang mit der Waffe unterrichtet. Nach Beenden des Studiums haben sie dann den Rang eines Offiziers. Die M?dchen haben ein Jahr lang Unterricht in erste Hilfeleistungen (f?r den Kriegsfall).


6.10.04 11:58


Am vergangenen Freitag waren wir bei einer Eiskunstlaufshow zu Ehren Efgeni Plyschenko, einem bekannten Eiskunstl?ufer in Russland. Man kann ohne weiteres sagen, dass Eiskunstlaufen so was wie der russische Nationalsport ist. Die Show fand in einem Stadion der Gr??e der Schleyerhalle statt und war so voll, wie in Deutschland bei wichtigen Fu?ballspielen. Die Show war wirklich beeindruckend, da viele international bekannte Eiskunstl?ufer mitliefen.


Russischer Nationalsport

Am Samstagmorgen ging es dann in das 190 km s?dlich von St. Petersburg gelegene Nowgorod (?Neustadt?). Nowgorod wurde bereits 862 von dem War?ger Rurik gegr?ndet und geh?rt damit zu den ?ltesten St?dten Russlands. Diese Stadt zeichnet sich dadurch aus, dass sie neben Pskov zu den einzigen Stadtrepubliken z?hlte, die bereits im 12. Jahrhundert eine sozio-politische Ordnung etabliert hatte, die den F?rsten zur reinen Repr?sentationsfigur machte und die entscheidenden Befugnisse der Volksversammlung, dem ve№e, ?bertrug. Ebenso stellte Nowgorod wirtschaftlich eine Ausnahme dar, da es gute Handelsbeziehungen nach Skandinavien sowie bis zur ?gis hatte und ?ber ein riesiges Territorium im Norden und Nordosten bis zum Eismeer und zum Ural verf?gte. Dieser Zustand wurde jedoch im Jahre 1570 je beendet, als Iwan der Schreckliche Nowgorod ?berfiel und Tausende Einwohner massakrierte, die sich mit allen Kr?ften gegen ihn wehrten.

Die Sophienkathedrale (1045-62) ist Nowgorods Wahrzeichen. Die Kirche ist betont schmucklos und besitzt wegen der K?lte nur eine geringe Anzahl an Fenstern. Ich m?chte gerne wissen, ob der K?nstler Friedrichsreich Hundertwasser je in Nowgorod war, denn mir scheint, er hat sich hier inspirieren lassen ;-). Im Innern kann man wundersch?ne russisch-orthodoxe Ikonenmalereien bewundern.


Sophienkathedrale

Im Freilichtmuseum f?r Holzbaukunst ist ein Dorf aus dem 19. Jahrhundert anzusehen. Es ist anschaulich nachgeahmt, wie die Menschen in jener Zeit gelebt und als Bauern gearbeitet haben. Die Geb?ude, zu denen auch mehrere Kirchen geh?ren, sind ohne Eisenn?gel gebaut.


Die Dorfkirche

Leider war das Wetter an diesem Tag unversch?mt schlecht: Es war kalt und es hat die ganze Zeit geregnet. ?brigens wird es hier langsam k?lter; mit n?chtlichen Minusgraden bekomme ich bereits jetzt einen Vorgeschmack auf den Winter.
12.10.04 14:02


Der Russe und sein Auto

Reisende nach Russland seien hiermit gewarnt: Als Fu?g?nger besteht Lebensgefahr!
Auf russischen Stra?en gilt das Recht des St?rkeren und dies ist in der Regel das Auto und sein Fahrer.

Der Russlandreisende sollte dies nicht untersch?tzen, denn auch bei gr?nem Ampellicht, hei?t es ?Renn um dein Leben?, denn Automobile s?mtlicher Hersteller und Zust?nde halten nur, wenn eine Fu?g?ngergruppe von mindestens 20 Personen die Stra?e ?berqueren will. Auf keinen Fall sollte die Stra?e - egal welcher Breite oder L?nge - dort ?berquert werden, wo sich keine Ampel befindet. Wenn sich nirgends eine Ampel entdecken l?sst und sich der in Lebensgefahr befindende Fu?g?nger dennoch entschlie?t die Stra?e zu ?berqueren, sollte er besser ein paar Mal mehr nach links oder rechts schauen, bevor er losgeht!!
Mir scheint, als w?rden die russischen Autofahrer noch mal ein bisschen st?rker auf die Gaspedale treten, sobald sie einen Fu?g?nger beim ?berqueren einer Stra?e sehen.
Wenn jemand eine Statistik zur Unfallrate von Fu?g?ngern in Russland findet, der sollte nicht z?gern und mich unbedingt informieren.

Das Stra?enbild in St. Petersburg zeigt die unterschiedlichsten Vehikel: Neben den westlichen Fabrikaten, z.B. DC, BMW, Porsche, Audi, etc (die meisten haben verdunkelte Scheiben, so dass man nicht reinschauen kann), sieht man auch solche Fahrzeuge, die in Deutschland nicht mal mehr vor dem T?V Geb?ude parken k?nnten, ohne ?ffentliche Aufregung zu erregen.


Der Russe und sein Auto

Aber der Russe hat sein Auto lieb und genie?t es damit rum zu fahren, auch auf Gefahr, dass er w?hrend der Rushhour auf den wichtigen Verbindungsstra?en nur stehen kann. Sobald sich die Masse jedoch wieder in Bewegung setzt, herrscht auf Russlands Stra?en Anarchie. In diesem Sinne: Hals- und Beinbruch!


"Besuch im Blumengesch?ft"
14.10.04 11:21


Russische Banja

Den Besuch in einer russischen Banja (einer Art Dampfsauna) habe ich mir schon vor meiner Abreise hierher fest vorgenommen.

Unser erster Versuch eine Banja in St. Petersburg aufzusuchen, f?hrten Sophie (ein nettes M?dchen aus Genf) und mich in einen einbruchgef?hrdeten Hinterhof eines Wohnhauses in der N?he der Moika. Zumindest erschien es uns als sehr merkw?rdig, dass sich zwischen Baumaterial und Steinbrocken eine seri?se Badeanstalt befinden sollte. Doch wir wurden f?ndig, in dem pl?tzlich ca. sieben bis acht leicht bekleidete M?nner im mittleren Alter oder auch ?lter nur mit einem Handtuch um die Lenden vor uns standen und gen?sslich ihr Bier tranken. Tats?chlich befand sich hier eine Banja, die aber leider (gottseidank) f?r Frauen nur am Donnerstag ge?ffnet hat. Keine zehn Pferde h?tten mich dazu gebracht dort zu saunen.

Einen Tag sp?ter hatten Sophie und ich Gl?ck und fanden eine recht angenehme Banja. Sie entsprach zwar nicht unserem deutschen Standard und w?rde nach einer deutschen Gesundsheitskontrolle gnadenlos geschlossen werden, dennoch haben wir uns dort sehr wohlgef?hlt. Es war schon fast ein exotisches Erlebnis, da sich die russische Banja schon von der deutschen Sauna unterscheidet.

Es gibt immer getrennte Bereiche f?r Frauen und M?nner, nicht wie in Deutschland Mischsaunen. Am ungew?hnlichsten sind die Birkenzweige-Ruten, mit denen man sich auf den K?rper schl?gt. Junge Birkenzweige werden abgeschnitten, getrocknet und zu einer Rute zusammengebunden. In der Banja legt man diese Zweige dann in Wasser, so dass sich die Bl?tter mit Wasser f?llen. In der Banja selbst war es dann lustig anzusehen, wie nackte Frauen mit Wollm?tzen auf dem Kopf (angeblich f?r den Schutz der Haare) sich selbst oder gegenseitig mit den Ruten hauen. Muss hervorragend f?r die Durchblutung sein. Das jetzt bitte keine Missverst?ndnisse aufkommen, dass machen die M?nner auch. Das ist eben ein alter Banja-Brauch!

Nach den Strapazen der hei?en Dampfluft und der Kaltduschen, g?nnten sich dann einige der M?dels zur Entspannung einen Schnaps oder ein Bierchen, bis sie ihren Banja-Besuch fortsetzten. Das sind eben harte Frauen, ich w?re nach Alkohol in der Banja echt ko.

Der Waschraum wurde zum Ende hin eine Sch?nheitsfarm. Peeling, Masken, Seifen, Kratzb?rsten,? ?berall wo man hinschaute, schruppten sich die Frauen. Fr?her war der Banja-Besuch f?r viele Familien die einzige M?glichkeit sich zu waschen, da z.B. in den Kommunalwohnungen kein Bad vorhanden war. Auch wenn die Wohnungen heute ein Badezimmer haben, ist der Banja-Besuch weiterhin mit K?rperpflege verbunden.

Einen regelm??igen Banja-Besuch w?hrend der Winterzeit haben Sophie und ich uns fest vorgenommen.
28.10.04 08:24





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