Wintersemester in St. Petersburg
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ACHTUNG!!! KEINE PAKETSENDUNGEN NACH RUSSLAND!

Falls jemand ?berlegt, mir zu Weihnachten eine Freude bereiten und ein P?ckchen nach Russland schicken zu wollen, den bitte ich das NICHT zu tun. Mit der Deutschen Post h?tte das Paket schon Ende Oktober abgeschickt werden m?ssen, um Ende Dezember auch bei mir eventuell anzukommen.

Meine Eltern haben auf mein Bitten mir durch UPS ein Paket nach St. Petersburg geschickt. Man muss dazu sagen, dass meine Eltern nicht zum ersten Mal Pakete in die Russische F?deration versendet haben und deshalb auch mit den Gesch?ftsbedingungen und Arbeitsweisen von UPS vertraut sind. In diesem Paket befinden sich neben Kleidung und B?chern, auch Teep?ckchen aus dem Teel?dle in Kornwestheim.

Mein Paket ist am 21.10.2004 am St. Petersburger Flughafen Pulkovo gelandet. Seit diesem Tag telefoniere ich jeden zweiten Tag mit meiner mittlerweile pers?nlichen Mitarbeitern von UPS Russia, der guten Fatima, um zu erfahren, wann ich endlich meine pers?nlichen Gegenst?nde, wie u.a. meine DocMartens inklusive deutschem Stra?endreck an den Sohlen, zu gestellt bekomme. Denn zum einen hat die russische Zollabfertigung mein Paket ge?ffnet, um mal zu gucken, ob meine Eltern mir Drogen, Waffen oder Bomben neben die Milkaschokolade gelegt haben. Zum anderen muss ich jetzt f?r meine eigenen Sachen Zollgeb?hr bezahlen, obwohl der Inhalt des Pakets ganz offiziell NICHT als kommerzielle Ware ausgezeichnet war, sondern es sich um Gebrauchsgegenst?nde f?r den privaten Gebrauch handelt.

Im Augenblick wei? ich noch nicht was ich bezahlen muss, denn ich warte auf die medizinisch-chemische Analyse meines Kr?utertees. Die Russen wollen eben genau wissen, was sich so in einem Roibusch-Tee befindet. An dieser Stelle viele Gr??e ins Labor von der Zollabfertigung in St. Petersburg oder wo auch immer mein Tee auf seine Substanz untersucht wird: ?Jungs, zum Wohl, auf euch! Und wenn ihr wollt, dann probiert auch gleich mal meinen Lebkuchen!?

Die freundlichen und kompetenten UPS-Mitarbeiter in Deutschland haben nat?rlich keine Ahnung, sind aber fix, wenn es um das Schreiben von Rechnungen geht, die meine Eltern auch bereits f?nf Tage nach Versenden des Pakets erhalten haben.

Ich bin so genervt, ich wei? nicht mehr ob ich ?ber all das hier weinen oder mich totlachen soll. Aber Abenteuer Russland geht weiter! Und ich bei? mich durch! Ich halte regelm??ig ein kleines Schw?tzchen mit der Fatima, bis ich dann endlich wei?, wie viel Geld die f?r meine alten Pullis, Stiefel und Tees haben wollen.

Ich halte euch auf dem Laufenden.
5.11.04 10:20


Iwangorod

Ein kurzer Nachtrag zu meiner Exkursion nach Iwangorod, an der ich mit anderen ausl?ndischen Studenten am vergangenen Sonntag teilgenommen habe.

Iwangorod liegt an der Grenze zu EU-Land Estland.



Ausser einem unspektakul?ren Kreml gab es dort nicht viel mehr zu sehen. Im Gegenteil, es war kalt und nass und wir sind insgesamt 6 Stunden gefahren, um uns in der K?lte eine halbe Stunde die Burg anzugucken. Danach sind wir Tee trinken gegangen.


Der Kreml von Iwangorod



Meine lieben Mitstreiter in der russischen K?lte: Emanuel aus Frankreich, Katharina und Gordon aus Leipzig, Anna aus Regensburg und Verena und Jana aus Passau.



Verena, Jana und Joana
5.11.04 14:59


Weil viele meiner lieben Freunde wohl vergessen haben, wie ich ausschaue, hier ein Bild von mir an den Atlanten des Hermitage-Theaters.

Ein neuer Bericht kommt versprochen in den n?chsten Tagen.


Bettina mit M?tze in der Hand
9.11.04 17:40


Deutschland-Tag und andere Eindr?cke

Wei? einer von euch welches Ereignis am 7. November in Russland gefeiert wurde?

Ich bezweifele, dass die Mehrheit gleich an die ?Oktober Revolution? im Jahre 1917 gedacht hat. Zwar gedenkt man diesen Tag auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, aber eher aus traditionellen Gr?nden als aus politischer ?berzeugung heraus. Die Duma diskutiert gerade, ob man den 7. November als Feiertag endg?ltig streicht.

Umso mehr war ich ?berrascht, als mich meine Russisch-Lehrerin zum 9. November begl?ckw?nschte. Der Fall der Berliner Mauer am 9. November ist in Russland allgemein als Deutschland-Tag bekannt. Ein Fernsehsender hat dies zu ehren sein Programm Deutschland gewidmet und neben Reportagen auch Filme wie ?Good bye Lenin? oder ?Lola rennt? ausgestrahlt. Und auch sonst ist das Interesse an Deutschland und der deutschen Sprache gro?: Deutsch ist neben Englisch die beliebteste Fremdsprache. Au?erdem h?ren die Russen gerne ?Rammstein? und ?Modern Talking?.

Unsere russischen Kommilitonen, die erfahren, dass wir aus Deutschland sind, stellen uns h?ufig die Frage, warum wir ausgerechnet nach Russland gekommen sind. Ich frage mittlerweile zur?ck, warum denn nicht?
Man muss anmerken, dass wir, neben den asiatischen Studenten, die gr??te ausl?ndische Gruppe an der Universit?t sind.

Es gibt nat?rlich auch negative Erfahrungen als Deutschsprachige in Russland. Zum Beispiel habe ich langsam Angst, in der Metro ein deutsches Buch zu lesen, weil ich mehrmals schon bl?d angemacht wurde und Spr?che wie ?Gitler? (?H? wird im russischen als G ausgeprochen) anh?ren musste. In der Metro herrscht ein nicht nachvollziehbares Interesse an deutschen B?chern. Auch von ?lteren Fahrg?sten werde ich mit ?Sprechen Sie deutsch?? angesprochen. Auch auf der Stra?e ist es besser, in einer gro?en Gruppe nicht laut deutsch zu sprechen, um dumme ?Gitler?-Gr??e zu vermeiden. Ich wei? nicht, ob nur ich solche Erfahrungen mache, aber langsam nervt es.

Aber im privaten Gespr?ch mit Russen, sind alle ganz freundlich und nett. Sie sind an der Sprache und an der Kultur interessiert und wollen mehr ?ber das Leben in Deutschland erfahren.

Und man darf meine negativen Erfahrungen nicht ?berbewerten. Schlie?lich laufen auch in Deutschland beschr?nkte Menschen durch die Stra?en und schreien Anderen dumme Spr?che hinterher.
13.11.04 18:20


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